Samstag, 20.01.2007 – Ingo und ich haben uns aufgemacht, das ferne Nümbrecht zu besuchen. Ein paar Minuten Autobahnfahrt und wir standen. Standen… standen immernoch. Eineinhalb Stunden. Und warum? Ein LKW-Fahrer hatte einen Platten gehabt und deswegen den Pannendienst gerufen. Der war auch bald gekommen und hatte versucht, den luftleeren Reifen von dem LKW runterzubekommen. Aber die Schrauben ließen sich nicht bewegen. Da dachte sich der Pannenmann: Das wird sicher mit einem Bunsenbrenner gehen. Gedacht, getan. Und plötzlich, keiner weiß wie es kam, brannte der ganze LKW. Vollsperrung der A560, 300.000 Euro Schaden und ein sicherlich sehr unglücklicher Pannendienstmitarbeiter blieben übrig, plus dem LKW-Fahrer natürlich. So kurvten wir dann durch Niederpleis, Mülldorf und bis Siegburg. Dort wurde unsere bisher ja noch zögerlich verlaufene Fahrt erneut unterbrochen: Der Auspuff verabschiedete sich. Laut wie ein Traktor kurvten wir durch Siegburg bis zum nächsten Pit Stop, wo die freundlichen Automechaniker den Auspuff wieder festschweißten und Ingo einen Tip gaben, warum sein Auspuff innerhalb von einem halben Jahr nun schon vier mal abgefallen war. Weiter ging’s also in Richtung Nümbrecht, durch bergige Landschaften, vorbei an abgesägten Bäumen, die noch halb auf der Leitplanke lagen, aber wenigstens die Fahrbahn freigaben. Nach ca. tausend Kurven waren wir da und befanden uns in einem Labyrint von Häusern an kleinen Wegen mit blumigen Namen. Schließlich fanden wir uns auch dort zurecht und entdeckten den Margaritenweg und Niels in seiner Haustür. Endlich angekommen! Nach einem leckeren Schmaus ging’s dann raus, um noch im Hellen etwas von diesem Ort und seiner Umgebung zu sehen. Ein bisschen nieselte es, aber das konnte uns nicht abhalten. Nur leider blieb es nicht beim Nieseln, denn dieser entwickelte sich innerhaln kürzester Zeit zu einem ausgewachsenen Regen und schließlich zu einem stürmischen Schütten. Und trotzdem ließen wir uns nicht abhalten, das zweite Ziel unserer Reise zu besuchen: Das Orgon-Institut. Ein kleines silbernes Schild wies an der Einfahrt auf dieses Zentrum der Orgon-Forschung in Deutschland hin. In der Einfahrt standen zwei klapprige Wagen. Das Grundstück war ca. 1 Meter dick mit braunem Laub bedeckt und das doch recht nette Haus sah auch etwas heruntergekommen aus. In einem Fenster brannte Licht. Alles in allem ein eher ernüchternder Anblick. Und da man Termine nur nach vorheriger Absprache bekam, ließen wir Herrn Trettin, der ja nun Professor ist (von Sealand?), in Ruhe und verließen diesen sagenumwobenen Ort.
Das Orgon hat das Bild so verwackelt, nicht ich
Klitschnass kamen wir wieder bei Niels an. Und damit war die Energie des deadly Orgon aufgebraucht, denn jetzt klappte alles wie es sollte: Kuchen, Kickern, nach Hause fahren.